| „Ihr zeigt, dass diese Schule lebt“ |
| Samstag, 18. Juni 2011 |
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„Immer sauber und rein muss die Schiefertafel sein“: Zum 100-jährigen Bestehen des Rhenaer Schulgebäudes luden die Grundschüler gestern Nachmittag zu einer feierlichen Reise in die Vergangenheit ein. VON NATALIE VOLKENRATH
Korbach-Rhena. „Opa, wie war es bei Dir in der Schule?“, fragt Mirko zu Beginn des eigens einstudierten Theaterstücks. Ausgestattet mit Kostümen der Freilichtbühne, Lederranzen, Griffel und Schiefertafel erwecken die Kinder der „Astrid Lindgren Schule“ aus Rhena, Bömighausen und Alleringhausen die von Strenge geprägten Schultage, an die sich der Opa erinnert, zum Leben. Wenn der Lehrer in feinem Zwirn mit Zylinder den Rohrstock zückt, herrscht Ruhe. Gebete, Gedichte und Lieder kommen zum Vortrag. Gehorsam, Fleiß, Ordnung und Sauberkeit sind heute Tugenden, vor 100 Jahren waren sie Unterrichtsziele“, berichtet Ruth Pfannstiel vom Staatlichen Schulamt in Fritzlar. Neben lesen, schreiben und rechnen zählten heute zum Beispiel Sozial- und Medienkompetenz, betont die Fachfrau. Dass die derzeit 33 Mädchen und Jungen in Rhena wichtige Dinge fürs Leben lernen, beweisen sie beim Schulfest eindrucksvoll. Ob Schulalltagsszenen aus früherer oder heutiger Zeit, ob Lieder, Gedichte, Flötenspiel oder die englische Geschichte vom Waldungeheuer „Gruffalo“ – die Grundschüler sind engagiert, selbstbewusst und vor allem miteinander bei der Sache, um ihre zahlreichen Gäste zu unterhalten.
Laut Ruth Pfannstiel ist es dem Einsatz von Lehrern, Schülern, Eltern und Großeltern zu verdanken, dass die Zeichen für den Erhalt des Schulstandortes Rhena gut stehen. „Ihr zeigt, dass diese Schule lebt“, ist auch Friedhelm Pfuhl, Fachdienstleiter für Schulen im Korbacher Kreishaus, beeindruckt von der Schule, in der vier Jahrgänge in zwei kombinierten Klassen unterrichtet werden. „Diese kleine, feine Schule ist ihrer Aufgabe in den letzten 100 Jahren gerecht geworden und wird ihr auch weiter gerecht werden“, blickt Pfuhl optimistisch in die Zukunft. „Ich wünsche, dass der Wille zur ständigenWeiterentwicklung erhalten bleibt“, hebt Rhenas Ortsvorsteher Friedrich Bunte auch im Namen seiner Kollegen Detlef Ückert und Heinz-Fritz Jäger hervor. Für das immer gute Miteinander – nicht zuletzt bei den Vorbereitungen des Schulfests – dankt Elternbeiratsvorsitzender Matthias Wiechmann.
Bild 1: „Guten Morgen, Herr Lehrer“: Mit einem Theaterstück verdeutlichen die Rhenaer, wie sich Schule gewandelt hat. Bild 2: Blick zurück: Opa (r.) erzählt Enkel Mirko vom Schulalltag. Bild 3: No problem: Die Geschichte vom „Gruffalo“ tragen die Grundschüler in Englisch vor. Bild 4: Ungeheuer aus dem Wald: „Gruffalo“ Robin Kleine. Bild 5: Zum Jubiläum: Michael Haller kreierte das Eingangsschild. Bild 6: Engagiert: Die Schüler geben beim Lernen und Feiern alles.
Schulfeste stimmen auf Ferien ein
„Klein, aber fein", betitelt Friedhelm Pfuhl, Fachdienstleiter Schulen im Korbacher Kreishaus, die „Astrid Lindgren Schule“ in Rhena im Zuge der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen. Zum runden Geburtstag ihrer Schule entführten die Grundschüler am gestrigen Freitag mit einem Theaterstück und der Ausstellung eines historischen Klassenzimmers (Foto) in die Vergangenheit. Gegenwärtig stimmen Schulfeste und Entlassungsfeiern im gesamten Waldecker Land auf die Ferien ein. (nv) Foto: Volkenrath Quelle: WLZ vom 18.06.2011 |
Rhenaer feiern 100 Jahre Schulgebäude · Grundschüler entführen in frühere Zeiten · Zukunft ist gesiche
„Dieses gute Klima beizubehalten ist uns besonders wichtig“, verdeutlicht Schulleiterin Mareike Bangert und ergänzt: „Für eine kleine Schule wie unsere ist ein 100-jähriges Bestehen etwas ganz Besonderes, denn viele Schulen dieser Größe werden zuvor geschlossen.“ Für Bürgermeister Klaus Friedrich ist der Fortbestand von Grundschulen und Kindergärten ein Muss für die Zukunft der Ortsteile. „Ihr seid die Erwachsenen von morgen“, motiviert er die Kinder, sich wie die Generationen zuvor für ihren Ort und ihre Schule stark zu machen.
Wer nach der Feierstunde noch weiter in die Vergangenheit reisen will, besucht das historische Klassenzimmer, das Karl Preising aus Benkhausen bereit gestellt hat, schaut sich die Ausstellung alter Schulfotos an oder stöbert in der Festschrift. Mareike Bangert hat dort den Wandel der Schule dokumentiert.
